Nachträge

07Mai2017

Ich werde versuchen nun häufiger viele Beiträge aus der Zeit in Neuseeland nachzutragen. Im allgemeinen wird es warscheinlich etwas gröber als die Beiträge aus Japan und Australien. Aber dort waren wir eben auch nur jeweils eine Woche und wir haben dort jeden Tage irgendwas interessantes getan.

Das war hier in Neuseeland etwas anders. auserdem werde ich meine Bilder durchschauen und die auch noch alten Beiträgen anhängen.

Robin hat für seine weitere Reise entschieden, sein Laptop heimzuschicken. Somit werde ich das ganze nun übernehmen.

Auf so einer Reise erkennt man dann doch relativ schnell, dass man erstmal erleben möchte bevor man das erlebte irgendwann niederschreibt und reflektiert. Deshalb haben wir nicht so häufig Beiträge verfasst zu der Zeit in Neuseeland.

Die letzten (nervenzehrenden) Tage in Auckland

07Mai2017

Nach den letzten, sehr anstrengenden Tagen (Kayaking, Wanderungen, fahren, fahren, fahren….) waren Robin und ich froh endlich heile in Auckland angekommen zu sein. Die erste Station in Auckland war der Flughafen. Birk und Axel, die von Christchurch aus nach Auckland geflogen sind, warteten hier schon seit ein paar Stunden auf uns. Die 6 Stunden Fahrt vom Mount Doom hoch nach Auckland zogen sich dann doch länger als gedacht. Die Freude war auf beiden Seiten sehr groß, sich noch ein weiteres mal wiederzusehen hier in Neuseeland. Auf der To-Do Liste stand das mit großer Vorfreude erwartete Milky Chance Konzert. Die aufmunternden Töne der Kasseler Jungs haben uns auf den vielen langen Autofahrten immer wieder wach und fröhlich gehalten.

Unterkunft bekamen wir von unserem Kumpel Connor in Auckland zugesichert. Er und seine Freundin Rhianna waren kurz nach unserem letzten Besuch in ein WG-Haus gezogen. Zum Vorteil für uns, denn somit gab es für uns alle 4 genug Platz im Wohnzimmer. Ich kann es nicht oft genug sagen. Die Offenheit und Gastfreundschaft der Neuseeländer beeindruckte uns immer und immer wieder. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und Einrichtung unseres Schlafsaals, ging es dann nach einer Kiste Bourbon-Cola auch schon per Uber zur Powerstation in Auckland.

In der Warteschlange trafen wir auf einen Kasseler, der Milky Chance schon seit den Ursprüngen kannte und dem die Bandmitglieder von Milky Chance auch schon häufig über den Weg gelaufen sind. Das Konzert wurde von einer lokalen Vorgruppe eingeheizt. Ein verrückter bunter Haufen aus nerdigem Bassisten, ziemlich männlich gekleideter Sängerin, einem etwas adipösen Herren im linken Rock und zwei im Vergleich langweiligen Gestalten am Schlagzeug und Gitarre, an die ich mich jedoch nicht mehr wirklich erinnern kann. So unterschiedlich die Gruppenmitglieder auch waren, die Musik die am Ende in den Hörkanälen der Zuschauer ankam war echt klasse! Zum Milky Chance Konzert brauche ich nicht mehr zu sagen als: genial! Die Zuschauer halfen dabei die Songtexte mitzunuscheln und tanzten dabei fröhlich zu den wunderbaren Tönen. Die Atmosphäre war super in der doch recht kleinen Powerstation. Milky Chance spielte sowohl Lieder des alten Albums ‘Sadnecessary’ und des neuen Albums ‘Blossom’. Milky Chance ist echt eine geniale Live-Band.

Immer noch total euphorisiert ging es dann auch schon wieder Richtung Connor. Am nächsten Tag brachten wir Birk und Axel zum Flughafen. Abschiede sind immer schwer, aber zum Glück wohnen die beiden ja nicht zu weit weg von uns. Für die beiden ging es dann in Richtung Australien. Dort bleiben die beiden für einen Monat und werden auch einen Tauchschein im Great Barrier Reef machen. Die nächsten Nächte verbrachten wir bei Connor aber wir schliefen in Edgar. Einerseits um die Gastfreundschaft nicht auszureizen und um noch ein paar Nächte in unserem geliebten Edgar zu nächtigen.

Eine Nacht waren wir auch noch auf Rhianna’s Geburtstagsfeier eingeladen. Zu viele Erinnerungen an die Nacht im Schatten des Bierkruges blieben mir jedoch nicht. Mein erster richtiger Filmriss… und das in Neuseeland. Am nächsten Tag durften wir uns dann alle Geschichten anhören. Sehr unterhaltsam :D Im selben Zuge lernten wir auch Connors Eltern kennen. Ebenso zwei tolle Menschen wie Connor.

In den folgenden Tagen dreht sich unsere Laune aber schon schnell. Der Verkauf von Edgar lief alles andere als gut. Die Preise der Campervans in Neuseeland schwanken unheimlich. Leider ist jetzt grade genau die Zeit, wo die Preise im Keller sind und der Markt überschwemmt ist. Uns wurde schnell bewusst, dass wir den Van wieder an unseren Verkäufer zurückverlaufen müssen. Zum Glück hatten wir die Rückkaufversicherung. Für den WOF hätten sehr viele teure Reparaturen durchgeführt werden müssen (neuer Reifen, neue Windschutzscheibe wegen Steinschlag, etc…), sodass wir uns gegen die Reparaturen entschieden. Somit bekamen wir natürlich auch echt wenig für Edgar. Es ist echt schade, wie das Business so läuft, denn so ein Auto hat für einen selber so einen riesigen Wert.

Nach ein paar Tagen in Piha am Strand und einigen organisatorischen Dingen haben wir nun an unserem letzten Tag hier in Neuseeland unser erstes eigenes Auto und unser erstes eigenes ‘Haus’ abgegeben. Der Abschied war dann doch echt garnicht so leicht. Über die Monate lernt man so ein Gefährt echt zu lieben. Vor allem, wenn man es einen Namen gibt. Nun ist es auch schon so weit. Wir sitzen am Flughafen in Auckland und warten auf unseren Flug zu den Cookinseln.

Wir blicken auf eine wunderbare Zeit zurück. Wie bei jedem Abenteuer gab es Höhen und Tiefen. Aber grade in den schwierigeren Momente haben wir vieles wichtiges für unser weiteres Leben gelernt. Neuseeland ist ein großartiges Land um das erste mal alleine zu Reisen. Wir fühlten uns eigentlich immer sicher und die Menschen hier sind offen und helfen gern. Solange man sich nicht ganz dumm anstellt, und man nicht unglaublich viel Pech hat, dann ist es relativ einfach tolle und viele positive Reiseerfahrungen zu sammeln.


Robin und ich freuen uns jetzt aber schon auf ein paar relaxte Tage am Strand auf Rarotonga. Danach geht es für uns weiter in die USA. Nach Los Angeles (unsere erste Station) wird Robin wahrscheinlich sich Richtung Süden nach Mittelamerika aufmachen. Ich werde mich nach San Francisco begeben und anschließend über viele Stationen von Westen nach Osten per Greyhounds gurken. In New York werden Robin un ich mich dann wahrscheinlich wiedersehen und wir fliegen dann zusammen wieder in das sonnige Urlaubsparadies Deutschland.

Fehlende Blogeinträge aus Japan

24Jan2017

Bis auf die fehlenden Bilder haben wir nun alle Beiträge aus Japan fertig!

Es kann auch vorkommen, dass wir im Nachhinein noch Beiträge bearbeiten, um Bilder hinzuzufügen oder Fehler auszubessern.

Besuch in Hobbiton

17Jan2017

Wenn man schon einmal in Mittelerde unterwegs ist, sollte man den friedlichen kleinen Hobbits auch einen Besuch abstatten. Wir waren natürlich nicht die einzigen, die so dachten und somit verbrachten wir einige dennoch schöne Stunden im sehr touristischen Hobbiton. Wir hatten die erste Tour um 8 Uhr morgens gebucht und selbst zu diesem Zeitpunkt war es schon ziemlich voll. Da wir keine Zauberer sind kamen wir etwas zu spät, aber wir konnten noch bei der ersten Tour mitfahren. Als sehr amüsant empfanden wir die extra für Chinesen eingerichtete Warteschlange. Der pure Tourismus halt.

Per Bus ging es dann mit einer freundlichen Begrüßung von Sir Peter Jackson höchst persönlich (mehr oder weniger) und einem Einführungsvideo an den tatsächlichen Drehort. Aus der Ferne konnte man schon das idyllische kleine aber ebenso leblose Dorf sehen. Es ist umgeben von einer ganz normalen neuseeländischen Kuh- und Schafsfarm, wie man sie hier überall sieht. Dann ging es auch schon aus dem Bus heraus in das kleine Dorf der Hobbits hinein. Unser Guide war eine sehr nette junge Dame, die jedoch dachte sie stände in einem Stadion und müsse Stimmung machen. Sie wies uns in die Sicherheitsvorkehrungen ein und nach dreimaligem Antworten auf die frage ob es uns gut gehe (es war früh und wir waren alle noch etwas verschlafen sodass es ein paar Anläufe brauchte um sie zu überzeugen) , konnten wir auch endlich die ersten Hobbithöhlen betrachten.

Mit sehr viel Liebe und Detail wurden sie errichtet. Man konnte sich richtig vorstellen, wie die kleinen Hobbits hier ihren simplen und zufriedenen Alltag verbringen. Um uns herum waren wunderschöne Gemüsegärten und bunte Blumen. Leider konnte man nicht ganz in diese Fantasiewelt eintauchen, da einige Begleiter der Tour gestresst von jedem Häuschen aus allen möglichen Perspektiven Fotos machen mussten. Ein Herr filmte sogar die ganze Tour mit seiner Videokamera.

Unsere Tourführerin erzählte währenddessen interessante Dinge über die Dreharbeiten. Es ist wirklich unfassbar, wie detailverliebt Peter Jackson in seinen filme arbeitet und welche Tricks bei Dreharbeiten angewendet werden. Die Häuschen haben verschiedene Formate für verschiedene Szenen, damit die Größenunterschiede der Hobbits und zum Beispiel Gandalf zur Geltung kommen. In der Szene, wo Gandalf und Bilbo zusammen vor Bilbos Hobbithöhle eine Pfeife rauchen und den Sonnenuntergang genießen mussten auch ein paar Tricks angewendet werden, denn der Sonnenuntergang befindet sich auf der anderen Seite von Bilbos Haus. Also wurde die Szene früh morgens bei Sonnenaufgang gedreht und im Film rückwärts abgespielt. Kurz vor Kinostart wurde dann noch ein Vogel aus dem Bild entfernt, der falsch herum durch das Bild flog. Ein Highlight der ganzen Tour war natürlich Bilbos Höhle mit der grünen Tür, ganz oben auf dem höchsten Hügel und dem darüber stehenden komplett künstlichen Baum. Kurz vor den Dreharbeiten der neuen Hobbitfilme schaute sich Peter den Baum an und empfand die in Asien produzierten Plastikblätter als zu hell. Innerhalb von zwei Tagen musste dann eine Person jedes einzelne Blatt besprayen und auf den richtigen Grünton bringen. Allerhand dieser Fakten und Geschichten von den Dreharbeiten konnte man erfahren. Als Fan der Filme war das auch wirklich super interessant.

Dann ging es über das Festgelände zum Green-Dragon Pub. Der See, an dem ein Mühlgebäude steht und über den die bekannte Brücke zum Pub führt, wurde von den Besitzern der Farm mal angelegt, um Enten zu schießen. Im Pub erwartete uns schon ein leckerer Drink (Auswahl aus 4 verschiedenen Biersorten) und die allgemeine Atmosphäre war toll. Man konnte sich richtig vorstellen, wie die Hobbits hier zu der gespielten Musik besoffen auf den Tischen tanzen. Leider konnte man hier nicht so lange bleiben, da die nächste Gruppe bald darauf eintraf. Die Gruppen haben eine Größe von ungefähr 30 Personen und starten in einem 10 Minuten-Takt. Unsere Gruppe war zum Glück nur halb so groß.

Dann ging es auch schon wieder zurück mit dem Bus zum Startpunkt der Tour, etwas außerhalb von Hobbiton. Hier konnte man sich noch einmal in einem Souvenirshop umsehen, etwas essen etc. Abschließend kann man sagen, dass der Besuch in Hobbiton wirklich sehr schön war, auch wenn es das mit Abstand touristischste war, was wir bis jetzt auf unserer Reise durch Neuseeland gemacht haben. Es war toll zu sehen wie viel Aufwand in Filmen steckt und wie viel liebe zum Detail für ein paar Sekunden auf der Kinoleinwand in die Drehorte gesteckt wird. Auch toll zu erfahren war, wie der Drehort gefunden wurde und wie aus einer ganz normalen Farm der Alexander-Family  Hobbiton wurde. Man muss nur versuchen das stressige Tourismusfeeling  bestmöglich zu verdrängen und gedanklich in die wunderschöne Welt von Tolkiens Geschichten einzutauchen.

Der Beginn der Reise mit Edgar

05Dez2016

Endlich war er fertig. Unser erstes Auto. Der Van, den wir unser Leben lang nicht vergessen werden.  Er bekommt den Namen des Verkäufers, der es geschafft hat uns Wochen warten zu lassen und in einigem Zweifel zurückließ. Doch auch von jener Person, die trotz der vielen Verzweiflung und der Wut stetig Verständnis zeigte und einen Ersatzwagen stellte, als wir einen fast fertigen Van vorfanden. Er erhielt den Namen jener Person, die und mit einem Lächeln vom Hof schickte, das größer war, als wir es jemals erwartet hätten. Edgar.

Nach einer knappen Woche auf seinem Hof mit ein paar Barbeques und freiem Zugang zu seinen Werkzeugen stellten wir Edgar endlich fertig. Mit 5 neuen Regalen und einem ausgezeichneten Soundsystem verließen wir den Hof. Für den Beginn fuhren wir Richtung Norden mit der Idee unsere Reise mit Edgar vom nördlichsten Punkt Neuseelands zu beginnen und uns unseren Weg Richtung Süden zu bahnen. Dabei kamen wir bei ein paar alten Freunden vorbei. Diese Chance ließen wir uns natürlich auch nicht entgehen.

Nach einer langen Fahrt von Auckland in den weiten Norden hielten wir kurz am Hostel um treue Bewohner wieder zu treffen. Nach einer eher unfreundlichen Auseinandersetzung mit dem Besitzer endete unser besuch eher als erwartet. Nach einer entspannten Nacht auf einem Gratis Campingplatz setzten wir unsere Reise fort.

Lukas der Guitarist

Am nächsten Tag besuchten wir unsere „Neuseeländische Familie“, die uns mit einem schönen Abendessen und ein paar Runden Skip Bo begrüßten. Jede solche Gelegenheit nutzten wir um unsere Wasservorräte auf zu füllen. Am nächsten Tag erreichten wir fast den nördlichsten Punkt Neuseelands, trafen jedoch auf einen offensichtlich unfassbar erschöpften Wanderer, dem wir Wasser anboten und ein bisschen plauderten. Seine Kollegen ließen ihn auf seinen Wunsch zurück. Wir fuhren also ein Stück um aufzuschließen, endeten dann jedoch in einem kleinen Ort der mysteriös aber doch wunderschön schien. Nach einer erholsamen Nacht packten wir zusammen und unser erst ausgesprochen positiver Eindruck der Bewohner wurde durch eine eher unsympathische Dame getrübt. Sie verlangte Geld von uns was wir natürlich in der Angst von der aufgebrausten Frau erstochen zu werden bezahlten. Sie sagt das Land sei privat und wir müssen zahlen. Doch auf die Frage wer der Besitzer sei wusste sie keine Antwort. Seltsam. Auch er hinterließ, wie jede andere besondere Person unserer Reise, eine Erinnerung auf Edgar.

Make love get love

Nach den ersten Nächten wurde uns die Umstellung des Reisestils richtig bewusst. Ständig aufs Wasser achten, immer genug Essen im Lager haben und Duschen gibt es auch nicht überall. Doch wir gewöhnten uns schnell an das Leben im Van und fanden große Freude an der Flexibilität. Nach einem Stopp bei James und Polly hieß es nun Neuseeland auf eigene Faust zu entdecken.

Von nun an wurde alles sehr entspannt. Da wir ohne jeglichen Plan reisten hieß es aufstehen und nach einem Blick in ein paar hilfreiche Apps spontan entscheiden wo es hin gehen soll. Natürlich nutzten wir jedes Mal die Chance einen Local nach Reisetipps zu fragen, falls wir einen trafen. Diese Treffen wurden jedoch recht rar mit der Zeit, da wir die meiste Zeit zu zweit und um Edgar verbrachten. Jeder Weg, außer wir nahmen einen Anhalter mit, einen Local zu treffen wäre zu teuer gewesen, eine Bar zum Beispiel. Jedoch war das Gefühl von Freiheit unfassbar schön. Einfach genau das tun, worauf wir Lust hatten.Reisetipps zu fragen R

Erste Erfahrungen als Dachdecker

20Nov2016

Da wir nur von Freitags bin Montags Arbeit hatten freuten wir uns natürlich zu hören, dass Walter uns mit nach Auckland in die Firma nehmen möchte. Wir gut verdienen und ein paar gute Erfahrungen machen. Wir willigten natürlich ein und fuhren am Dienstag Nacht um 3 Uhr Nachts mit Walter nach Auckland. Nach einer ziemlich rasanten Fahrt kamen wir mit einer Stunde Schlaf in Auckland an. Wir packten schnell unsere Sachen aus und fuhren direkt weiter zur Baustelle. Trotz definitiv ungeeigneter Schuhe fühlte ich mich wohl auf dem Dach. Nach einer Einweisung und ein paar ausgefüllten Formularen fingen wir an mit der Crew zu arbeiten. Die hatte natürlich Bedenken unerfahrene Backpacker mit aufs Dach zu nehmen, merkten aber schnell, dass wir uns sicher fühlen und gute Arbeit machen. Wir wurden sofort herzlich von der Crew aufgenommen und fühlten uns wohl mit den Männern zu arbeiten. Einen Abend organisierte Walter ein kleines Barbeque.

Am dritten Tag schon wurden wir alleine auf einem mit Wänden umrundeten Dach gelassen und wurden am Ende des Tages für unsere gute Arbeit gelobt. Am letzten Tag standen wir auf einer Hebebühne und montierten an der Außenwand Teile fürs Dach. Verdammt wackelige Angelegenheit. Alles in allem waren es unbezahlbare Erfahrungen.

Ganz allein auf dem Dach Das Erste mal auf einer Hebebühne

Walter und die HoneHeke Lodge

20Nov2016

Durch puren Zufall oder übermenschliche Kraft wurde ich während den Vorbereitungen für unser Frühstück von Dave, dem Betreiber der Lodge, gefragt ob ich arbeiten möchte. Dankend sagte ich ihm, dass ich in 5 Minuten fertig sei. Gesagt, Getan. Leider ohne Lukas machte ich mich mit einem anderen Bewohner der Lodge auf zu Walters Grundstück. Eine etwa 3-4 Fußballfelder große mit perfekt gemähtem Rasen bedeckte Landebahn für seinen Flieger erwartete uns. Am Ende angekommen musste ich aus einem kleinen Stück mit hohem Gras bedeckter Wiede Unkraut ziehen. Walter war ein Klasse Mann. „Wir sind nicht im Arbeitslager“, betonte er mehrmals. Der Erste Arbeitstag ging schnell vorüber.

Am nächsten Tag fand Phillip andere Arbeit und Lukas konnte mit mir bei Walter arbeiten. Das gleiche Unkraut nur in der Größe von Bäumen durften wir entfernen. Walter schnitt die 3 Meter hohen Bäume mit recht dünnem Stamm mit der Kettensäge, ich trug sie bis zu Lukas und er lud sie auf. Wir liefen wie ein gut geschmierter Schwalbenmotor. Die Arbeit tat weh, da die Bäume mit fiesen Stacheln umhüllt waren und die Handschuhe nur bedingt Schutz baten. Doch sie war nicht langweilig und machte in unserem guten Team sogar Spaß. So ging auch der nächte Arbeitstag schnell vorüber. Einmal wurden wir sogar von Ihm und seiner Frau zu einem grandiosen Frühstück eingeladen. Das einzig schlechte ist, dass er von Dienstag bis Donnerstag keine Arbeit für uns hat da er in seine Firma muss.

Einiges geschafft

Ein paar weitere Tage folgten mit der gleichen Arbeit. Darauf folgten ein Tag Steine-schleppen, ein Tag Holz transportieren und stapeln und ein Tag Traktor fahren. Die anderen Bewohner, die weites gehend Pflanzenblüten pflücken oder zählen beschweren sich täglich über die Monotone Arbeit. Darüber können wir uns natürlich nicht beschweren. Jetzt ist die Arbeit allerdings beendet und morgen holen wir endlich unseren Van ab.

Die Lodge in der wir Zurzeit wohnen ist einfach eine Klasse für sich. Es ist alles sauber, die Betten sind bequem, die Atmosphäre ist super und das Beste sind die Besitzer. Dave und Victoria sind zwei der nettesten Menschen auf der Welt. Natürlich ist der Kunde immer König, aber die beiden schaffen es einem das Gefühl zu vermitteln ab dem ersten Tag Zuhause zu sein. Und sie sind talentiert darin den Bewohnern Jobs zu verschaffen. Ein gelungenes Konzept.

Per Anhalter durch Neuseeland

22Okt2016

Nachdem unsere Woofing Erfahrungen abgeschlossen waren und wir immer noch kein Auto und keine Lust hatten den Bus zu bezahlen wurden wir von Polly im nächsten Örtchen abgesetzt und begannen sofort den Daumen hoch zu halten. Das Ziel lag mit der nördlichen Spitze Neuseelands recht weit entfernt, aber es war uns egal ob wir es in ein paar Stunden oder Tagen erreichen würden. Ich hatte absolut keine Vorstellung wie es sein würde, das erste Mal mitgenommen zu werden und das hat die Situation ziemlich spannend gemacht.

Das erste Mal Daumen hoch

Wir haben schnell noch unsere Essensvorräte mit Bananen und Kiwis aufgefüllt und dann ging es zurück zur Straße. Es verstrich eine gefühlte Ewigkeit bis Polly anhielt und das vertraute Auto zur ersten Mitfahrgelegenheit wurde. Nach einer recht kurzen Fahrt setzte sie uns wieder ab und wir hatten Angst, dass wir den ganzen Tag nicht vom Fleck kommen. Doch schon nach ein paar kurzen Minuten hielt eine recht alte und super sympathische Dame. Nach etwas smalltalk ließ sie uns dann im nächsten Ort raus. Zivilisation tat schon mal ziemlich gut. Nun war unser Ziel nur noch etwas mehr als 100 Kilometer entfernt. Nach einer Portion Pommes mussten wir keine Fünf Minuten warten bis uns ein Mann mittleren Alters mit nahm. Er schien recht viel Ahnung zu haben und fragte uns was wir vor haben. Doch diese Frage haben wir uns noch nie gestellt und somit wussten wir auch keine Antwort. Nach ein paar weiteren Fragen die mir, als sie mir gestellt wurden essenziell schienen wussten wir, dass wir unfassbar unvorbereitet sind. Wir sind ohne Zelt und ohne Essen los, was zwar ein Problem war, uns aber nie so schien. ‚Wir können ja zur Not auch eine Nacht auf dem Boden schlafen‘. Diese Attitüde gefiel ihm zwar, doch überzeugte er uns, dass wir zumindest ein Zelt brauchen. Da das letzte Geschäft in die entgegengesetzte Richtung lag, entschied er sich spontan mit uns hin zu fahren und mit uns, etwas gestresst, Zelt und Iso-Matten zu kaufen. Kurz vor der Kasse bekam er einen Anruf von seinem Chef, der seit einer halben Stunde auf seinen neuen Angestellten warten, welcher seinen ersten Arbeitstag pünktlich hätte antreten sollen. Mit einem schlechten Gewissen, dennoch überzeugt, dass er uns mit Leidenschaft du Freude half, einem guten Schnapper  und einer selbstgezeichneten Karte mit 2 Schlafplätzten, welche wir unbedingt ansteuern sollten, ging es wieder in Richtung Norden. Ausgesetzt an einem kleinen Parkplatz direkt an der Hauptstraße ließen wir schnell die Verpackungen in seinem Auto und er machte sich schnell auf den Weg. Die Dämmerung hatte bereits eingesetzt und die generell schwach frequentierte Straße wurde zur Hölle eines jeden Anhalters. Überzeugt dort schlafen zu müssen hofften wir das Beste und hielten weiter bei jedem Auto unsere Daumen hoch. Mit dem Glück der Narren hielt ein ganz besonderes Paar an und nahm uns mit. Die Fahrt ging in den nächsten Ort, wo die beiden mit uns nach einem Zeltplatz suchten. Mit einer Visitenkarte und dem Angebot jeder Zeit in deren Garten unser Zelt aufschlagen zu können verabschiedeten wir Donna und Ewin, gesprochen ‚Juin‘. Die alles andere als günstigen Campingplätzte wollten wir uns nicht leisten und verblieben somit auf einem kleinen Parkplatz, kurz vor dem ersten Campingplatz, der uns empfohlen wurde. Dennoch war die Strecke bei der einsetzenden Nacht unmöglich zu laufen. In der Hoffnung noch eine Einladung in einen Vorgarten zu bekommen fragten wir ein paar kommende und gehende Gäste nach einem gratis Ort, wo wir zelten könnten. Eine alte Dame erlöste uns dann schließlich vom Leid und nahm uns mit zu einem schön ausgebautem Container mit einer großen Rasenfläche. Kurz in ihrem Auto verblieben sah sie mich intensiv an und fragte mich ob ich Christ sei. Die Frage war allerdings nicht neutral gestellt, sondern steckte voller Erwartungen. So beantwortete ich die Frage mit ‚JA‘ und das Spektakel begann. Die Antwort hatte unerwartet positive Folgen, wie eine warme Suppe, die Präsentation der Bildergallerie, eine Einladung zum morgigen, von ihr gehaltenen, Gottesdienst  und wir durften im Container schlafen.

Der gemütliche Schlafraum von Nana Die kleinste Kirche Nordwestafrikas

Die Einladung in die mit ca. Zehn Personen gefüllte Kirche nahmen wir an und machten, naja, Erfahrungen. Nach ein paar offenen Worten der Besucher und ein paar seltsamen Gebeten waren wir froh aus der Kirche raus zu sein. Ein ausführlicher Bericht darüber folgt bestimmt ein anderes Mal. Nach dem Ersten, sehr ereignisreichen Tag war unser Ziel der Rarawa Beach. Zuerst liefen wir zurück zu dem kleinen Örtchen, von dem aus uns die Dame mit genommen hatte und genehmigten uns eine Pommes. Nach recht langer Wartezeit hielt ein Pärchen um uns mit zu nehmen. Es waren bekannte Gesichter aus der Kirche. Sie taten uns dann auch direkt den Gefallen und fuhren uns über eine Schotterpiste direkt zum Rarawa Beach. Angekommen bauten wir unser Zelt auf und besichtigten den Strand. Das Wetter war bescheiden, deshalb waren wir ganz alleine, abgesehen von einem Fischer, der der Aussicht einen besonderen Touch verlieh. Es war nicht der besonderste Strand, den wir bisher gesehen haben, jedoch verblieben wir einige Zeit sprachlos. Der Moment an sich war einfach magisch. Nach einer Portion kalter Bohnen und Pita mit Erdnussbutter gingen wir zu Bett. Die Erste Nacht im Zelt.

Die erste Nacht im Zelt

Nach einer ziemlich unkomfortablen und kalten Nacht fragten wir ein Französisches Paar nach einer Mitfahrgelegenheit zur Hauptstraße. Nach dem Abschluss ihrer kleinen Wanderung wurden wir um Punkt Mittag an der Straße abgesetzt und begannen zu warten. Nach nicht allzu langer Zeit hielten zwei Frauen aus Kalifornien in ihrem gemieteten Kleinwagen und wir quetschten uns mit unseren beiden gigantischen Rucksäcken auf die Rückbank. Nach einer rasanten Fahrt kamen wir nach einer knappen Stunde an der Spitze Neuseelands an. Ein faszinierender Ort. Zwei Ozeane treffen aufeinander und verleihen dem Wasser ein machtvolles Bild. Die Kultur der Maoris besagt, dass jeder Geist eines Verstorbenen seinen Weg bis an die Spitze Neuseelands findet und dann von den Ozeanen aufgenommen wird. Ein sehr besonderer Ort. Doch um zu unserem Schlafplatz zu gelangen stand uns noch eine Wanderung bevor. Auf den Klippen entlang führte ein atemberaubend schöner Wanderweg, der mit seinen Steigungen bestimmt für den ein oder anderen Wandersmann schwer zu bewältigen wäre, für uns jedoch dank intensiver Vorbereitung trotz 25KG Gepäck ein Kinderspiel war.  Die Bilder, die sich uns boten waren unbezahlbar. Es erstreckten sich Kilometerweit Berge mit Dschungelartigen Pflanzen, welche dicht wuchsen und aus denen hin und wieder ein gigantischer Baum ragte, auf der einen Seite und steile, Angst einflößend wirkende Klippen, die schlagartig ins Meer fielen auf der anderen Seite.

Eine unfassbare Wanderung

Nach knapp Zwei Stunden kamen wir an einen verlassenen Strand, in dessen Wasser wir uns für eine halbe Stunde von der Knallenden Sonne erholten. Nach einem kleinen Snack ging es weiter und nach etwa einer Stunde, die wie ein paar Minuten vergangen kamen wir an unserem Ziel an. Ein Campingplatz direkt am Strand. Wunderschön. Schnell eine Dusche im Dunkeln und das zweite mal Bohnen und Erdnussbutter-Pita zum Abendessen und dann ging es ins Bett.

Schlafplatz am Wasser

Den nächsten Morgen gingen wir langsam an, ein bisschen zu langsam. Jegliche potentielle Mitfahrgelegenheit war bereits abgefahren, als wir bereit waren unsere Reise fort zu setzen. So blieb uns nichts anderes übrig, als den Berg hoch zur Hauptstraße zu wandern. Zum Glück waren unsere leicht geschwächten Körper durch die Nach völlig regeneriert und der Berg war keine Schwierigkeit für uns. Trotzdem waren wir dankbar auf halbem Weg von einer Gruppe junger Frauen aufgelesen worden zu sein. Wir entschlossen die nächste Nacht gemeinsam auf einem Campingplatz zu  verbringen, auf den wir geschmuggelt wurden. Nach einem netten Abend war es erneut Schlafenszeit.

Am nächsten Morgen trennten wir uns von der Gruppe und stellten fest, dass wir ganz in der Nähe von Donna und Ewin´s Haus waren. Nach einem Anruf boten die beiden an uns aus einem nahegelegenen Ort ab zu holen. Nach einem kurzen Spaziergang in den nächsten Ort und einer nahezu sofortigen Mitfahrgelegenheit in besagten Abholort war Donna geschwind angekommen. An ihrem Haus angekommen wurden wir der Katze, dem Hund und der Tochter vorgestellt. Danach führte uns Donna in das kleine Häuschen im Garten, was aus einem Bad, einer Küche, einem Wohn- und einem Schlafzimmer bestand. Ziemlich geräumig. Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus. So etwas hätten wir niemals erwartet. Zu Abend gab es ein Mahl, wie wir es von Zuhause kennen. Warm, mit Fleisch und sogar Beilagen waren angerichtet. Nach Drei Tagen Erdnüssen und Pommes eine willkommene Abwechselung. Wir genossen die Gastfreundschaft, begaben uns aber früh ins Schlafgemach. Mit dem Gewissen für einen weiteren Tag Herzlich willkommen zu sein standen wir spät auf und genossen das Nichtstun. Am Abend gab es ein erneut super leckeres Mal und diesmal ein paar Runden Skip-Bo. Wir hatten ein prima Gespräch und verstanden uns ausgezeichnet mit der ausgesprochen fröhlichen Familie. Als uns angeboten wurde noch einen Tag zu bleiben und am Samstag von Donna in eine größere Stadt gefahren zu werden, welche das Ziel der beiden Frauen im Haus für einen Shoppingtrip war sagten wir ab. Doch nach ein paar Gewissenserleichternden Worten nahmen wir das Angebot an und bedankten uns mit Gartenarbeit bei der Familie. Am Freitag gab es Chinesisch vom Take-Away du erneut ein paar Partien Skip-Bo. Samstag ging es dann wie besagt nach Kerikeri. Die gesamten Erfahrungen werden wir separiert in einem Blogeintrag veröffentlichen.

Schlafzimmer der Hütte Wohnzimmer und Küche

Nach einem Einkauf riefen wir unseren Auto Verkäufer an um zu erfragen wie weit er mit dem Auto ist. Doch zur Ernüchterung mussten wir erfahren, dass er noch mehrere Wochen benötigt. Unsere Idee in ein paar Tagen mit unserem Van unterwegs zu sein hat sich damit in Luft aufgelöst. Ratlos suchten wir uns einen Schlafplatz auf einem Sportplatz einer Schule. Den nächsten Tag verbrachten wir im McDonalds und schlürften 60 Cent Slusheis. Die Nacht verbrachten wir in dem Vorgarten einer sehr sympatischen Dame.

Unsere Spuren auf dem Sportplatz

Der Nächste Morgen sollte unser Aufbruch in die Neuseeländische Arbeitswelt sein. Wir haben gehört, dass es in einem Ort nicht weit Arbeit geben soll und machten uns auf den Weg, als wir von einem Mann namens Rick Cash aufgelesen wurden und wie der Zufall es wollte suchte er Arbeiter. Die Nächsten Drei Tage verbrachten wir bei ihm Zuhause, betrachteten Delfine und gruben Acht Stunden am Tag ein Loch im Lehm. Dabei wurden wir das zweite Mal Zeuge der Neuseeländischen Gastfreundschaft.

Nach dem dritten Tag brachte er uns in die HoneHeke Lodge.

Donna und Ewan

13Okt2016

Alles begann damit, dass wir abends auf einem kleinen Parkplatz am Rand der Straße standen und hofften noch von jemandem in den nächsten Ort gebracht zu werden. Und als wir die Hoffnung schon fast aufgegeben hatten hielt ein oranger Pick-Up. In dem ziemlich neuen Gefährt saß ein Paar mittleren Alters. Die etwas stabilere Donna und Ewan, dem man sofort ansah, dass er die meiste Zeit mit handwerklichen Tätigkeiten verbrachte. Mit seinen gigantischen rauen Händen lud er einen Teil des Gepäcks auf und setzte sich wieder hinter den Fahrersitz. Er war nicht der gesprächigste, was seine Frau ausglich. Nach ein paar netten und nicht wirklich aufdringlichen Fragen waren wir schnell in ein vernünftiges Gespräch verwickelt und sie Sprachen davon nach ihrem Boot zu schauen und einen Tee trinken zu gehen. Wir erzählten ihnen einiges unseres Werdeganges und von unserer Ziellosigkeit. Donna begann sofort nach Campingplätzten Ausschau zu halten, doch diese waren alle überteuert und stellten somit keine Option für uns dar. Mit einer Visitenkarte und dem Angebot bei den beiden schlafen zu können, wenn wir in der Nähe sind, verabschiedeten wir uns.

Ein paar Tage später riefen wir die beiden an und fragten nach Unterkunft für die Nacht. Freundlicher Weise holte Donna uns aus der nächst größeren Stadt ab und brachte uns zu ihrem abgelegenen Haus. Ein Stockwerk, wie die meisten Häuser in Neuseeland, aber ziemlich groß. Etwas versteckt war eine Hütte, die etwa die Größe einer Studentenwohnung aufwies und gut ausgestattet war. Nachdem wir uns eingerichtet hatten baten uns die beiden zum Abendessen. Tortellini. Unfassbar lecker. Das leckerste, was wir seit langem gegessen hatten. Donna bot uns an doch eine Nacht mehr zu bleiben um zu regenerieren und mal etwas runter zu kommen. Dieses Angebot nahmen wir dankend an und freuten uns auf eine wohltuende Nacht.

Am nächsten Tag wurden wir über das Grundstück geführt und machten einige faszinierende Entdeckungen. Zuerst waren die Babys von Donna und Ewan an der Reihe. Zwei unfassbar schöne Chrysler Valliants. Donnas etwas neuer von 72 und Ewans von 64. Mit V6 und V8 ausgestattet und mit simpler Technik kamen wir aus dem Staunen nicht mehr raus. Ewin bot uns eine Spritztour an und startete den V8, der mit einem wohltuenden Brummen spontan ansprang. Das Gefühl in solch einem Schiff zu sitzen und über die Straße zu gleiten werden wir nie vergessen. Danach war Ewans Schatz an der Reihe. Ein uralter Truck in einer dem Truck gut stehenden Lila Lackierung. Das gesamte Fahrwerk und das Chassis wirkten neu, waren jedoch von Ewan fachmännisch gesandstrahlt und lackiert worden. Damit, sagte er, verdiene er neben dem Truck fahren Geld. In der Front, der lang gezogenen Motorhaube thronte ein dicker Motor mit 300 PS und einem Haufen Drehmoment. Diesen mit einem Riesenturbo ausgestatteten Motor wolle er jedoch durch einen mit gleich zwei Riesenturbos ausgestattetem Motor ersetzen und damit über 500 PS erreichen und einen noch größeren Haufen Drehmoment. Dass der Truck schon 1,6 Millionen Kilometer gelaufen ist war nur einer kleinen Erwähnung wert.

Ewans Schatz

Am Abend gab es dann Lasagne und ein paar Partien Skip-Bo, denen eine erneute Einladung auf eine weitere Nacht folgte. Mit schlechtem Gewissen lehnten wir sie ab, wurden aber dann überzeugt keine Last zu sein und nahmen sie schließlich an.

Den nächsten Tag begannen wir in Abwesenheit von Donna und Ewin und nutzten die Chance um uns mit etwas Gartenarbeit zu revanchieren. Nach der Ankunft von Donna machte sie uns das Angebot etwas bei Ewan im Truck mit zu fahren. Diese Chance ließen wir uns natürlich auch nicht entgehen. Gekonnt manövrierte Ewan den Truck über Bergpisten wie ein Spielzeugauto. Das ließ uns schnell vergessen, dass der Truck einen riesen Bulldozer geladen hat. In der Mine angekommen, welche zu sehen für uns ein echtes Erlebnis war, fuhr Ewan den Bulldozer geschmeidig von dem Truck und wir machten uns auf den Weg die nächste Ladung abzuholen.

Das Riesen Gespann

Nachdem auch die Tonne kies geschmeidig in die Einfahrten ein paar erfreuter Hausbesitzer verteilt wurde ging es nach einem Hörnchen entzückender Eiscreme nach Hause. Lukas und ich genehmigten uns noch eine Spritztour auf dem sehr ungewohnt zu fahrendem Quad von Ewan. Mit durchdrehenden Reifen knallte ich die Gänge durch die Halbautomatik und fegte über den Kies. Ein Mordsspaß.

Ewans Quad

Freitags bleibt die Küche sauber. Take Away steht auf der Speisekarte. Auch ein für uns ungewohnter Luxus. Schließlich neigte sich unser Besuch dem Ende und mit zwei Erinnerungen auf Edgar verließen wir die so herzliche Familie. Ich hoffe ich werde in der Zukunft Gäste so herzlich begrüßen und irgendwann wird sich dann der Kreis schließen.

Ankunft in Auckland

17Sept2016

Aufgeregt, jedoch schon ans Reisen gewohnt kamen wir in Auckland am Flughafen an. Wir bestattetem dem Informationscenter noch einen Besuch ab und nahmen ein paar gratis Karten in Anspruch, welche, wie wir feststellen mussten, nahezu unbrauchbar sind. Dann erreichten wir dank Meter großer Schilder di Haltestelle des Shuttles in die Innenstadt. Noch schnell die richtige Haltestelle erfragt und Tickets erworben, da hielt auch schon der Bus. Schnell erreichten wir die Innenstadt und dank unseres ausgeprägten Orientierungssinnes schnell das Hostel. Dreckiger als erwartet fanden wir es vor, jedoch mit einem Essen für ein Paar Dollar oder einem Gratissnack pro Tag ziemlich Gastfreundlich. Die Atmosphäre war sehr offen, das musste sie auch sein bei so wenig Raum für so viele Personen. Das Acht-Bett Zimmer war wie man es aus etlichen Jugendherbergen kennt, nur kleiner. Doch an die Nähe der weitesgehend freundlichen Zimmergenossen gewöhnten wir uns recht schnell.

Zusammengepfercht im Hostel

Die Luft war stickig, deshalb wagten wir uns die Fenster zu öffnen.  Unsere Zimmergenossen waren immer sympathisch, wechselten aber ständig, so dass es eine Seite erfordern würde alle auf zu zählen. Dor der Kellner, der jede Nacht besoffen aber leise ins Zimmer kam ist eine Erwähnung wert. Es war die erste Zeit, in der wir uns günstig ernähren mussten. Diese Aufgabe meisterten wir, jedoch nicht annähernd gesund oder lecker. Das hat sich zum Glück gewandelt. Wie erwartet gingen wir den normalen Aufgaben nach, wie Bankkonto einrichten und die Steuernummer beantragen. Am Wochenende wollten wir Automärkte besuchen um schnell ein Gefährt zu finden. Neben dem Papierkram, dem wir oft in der Bibliothek nach gingen besuchten wir das örtliche Museum, mit einer Ausstellung, die weitesgehend moderne Kunst umfasste, welche dank komplexer Erklärungen recht unverständlich blieb.

Kunst zum nachdenken

Trotzdem ließ uns das ein oder andere Kunstwerk staunen. Oder wir besuchten den Park in Auckland, welcher es schafft jede Person völlig vom Stadtleben zu befreien. Er lockt mit wunderschön verzierten Bänken und Vögeln, welche von komplexen Bäumen auf die grünen Wiesen gleiten.

Ein Ausweg aus der Großstadt

Einen Abend machten wir mit einer neu gefundenen Freundin Maria einen Spaziergang durch den Eindrucksvollen Hafen von Auckland, in dessen Gewässer prachtvolle Yachten und Segelschiffe lagen.

Vor der Skyline liegen teure Schiffe

Grundsätzlich lässt sich Auckland wie jede andere Großstadt beschreiben. Die Hektik der Kaufmänner, die Verbittertheit der Obdachlosen Maoris, der Reichtum der Chinesischen Einwanderer und das Talent der Straßenmusiker haben ihr Bild in unseren Köpfen hinterlassen.

Nachdem der erste Automarkt kein Auto für uns bereit hielt und der zweite genau so wenig Aussicht auf Erfolg bot trafen wir einen Vertreter eines kleinen 2 Mann Unternehmens, die Autos und Vans umbauen. Nach einem überzeugenden Gespräch vereinbarten wir einen Termin um eine Anzahlung zu leisten und das Auto zu begutachten.

Noch bevor wir den Termin wahrnahmen wurden wir Teil des `legendären Barcrawls‘ bei dem eine riesige Masse durch Auckland und macht Halt in Fünf verschieden Bars. Die erste Bar war die unseres Hostels. In jeder gab es einen Gratis Drink. Mit etwas Verspätung eilten wir der Masse hinterher und fanden sie in der ersten Bar vor. Angeheitert wurde gefeiert und durch Umstände, an die ich mich um ehrlich zu sein nicht mehr wirklich erinnern konnte mussten wir die Masse auch vor der dritten Bar einholen. Von da aus ging es jedoch geschlossen zur Vierten. In allen Bars war die Stimmung gut und sie wurde stetig gesteigert je später es wurde. Als die Stimmung am Höhepunkt angelangt war und wie vor der letzten Bar angekommen sind waren ich und ein Teammitglied schon recht gut befreundet. Dennoch war der Türsteher der Meinung ich sei zu betrunken. Die Meinung konnten auch Wasser und gute Argumente meines neu gewonnen Freundes nicht ändern. Neben mir kamen ein Geburtstagskind und sein Freund wegen der Selben unsinnigen Argumente nicht rein. Dann ließen wir zu dritt den Abend mit Pizza ausklingen. Zwischendurch kam Maria raus und heiterte mich mit ein paar Drinks auf und erzählte mir wie spendabel die Gratisdrinks verteilt wurden, was meine Enttäuschung nur wachsen ließ.

Da wir wussten, dass das Auto mehrere Wochen in Anspruch nimmt suchten wir uns einen Ort zum Woofen. Woofen ist eine Form von Leistungsaustausch, man arbeitet für Unterkunft, Essen und Wissen. Mit Betonung auf Wissen reklamierten James und Polly ihren Arbeitsplatz mitten im Wald. Nachdem wir die Anzahlung getätigt haben verbrachten wir eine letzte Nacht in Auckland und machten uns auf den Weg zu James und Polly.

Eine unglaubliche letzte Nacht

16Sept2016

Wie geplant war die Nacht schnell vorbei und wir fuhren zu unserem eigentlich gestrigen Ziel, Hippiecamper. Angekommen fanden wir keine Menschenseele vor. Zugegeben um 7 starten auch in Deutschland wenige Menschen ihren Arbeitstag. Wir schlossen unseren Van an eine Steckdose und luden alle elektronischen Geräte die in unserem Besitz waren. Nach einer Stunde trafen die ersten Mitarbeiter ein. Die störten wir aber nicht und sie schienen auch recht uninteressiert an uns zu sein. Wir hatten ja auch deren Namen auf dem Auto stehen. Da wir den ganzen Tag hatten beschlossen wir noch ein letztes Mal in den Touristenguide zu schauen und fanden schnell unser Ziel für den Tag: Zoo. Der berühmte Zoo in Sydney sollte es werden. Nach einem kurzen Schrecken aufgrund der für uns ziemlich hohen Ticketpreise beschlossen wir dennoch, dass es den Besuch wert sei.

Alles war geladen, also konnten wir in Ruhe Richtung Sydney fahren. Nach einer unglaublich anstrengenden Fahrt durch die Innenstadt, wo sich alle auf den bevorstehenden Marathon vorbereiteten, kamen wir am Ziel an. Kein Parkplatz? Nein. Der Zoo, welcher in einer ziemlich klein wirkenden Halle gestaltet wurde, hatte keinen Parkplatz. Die einzige Möglichkeit wäre ein Parkhaus für 30$ die Stunde gewesen, aber Nein, Danke. Nach Drei Runden entschieden wir wieder zu fahren. Die Stunde Gurkerei hätten wir uns auch sparen können. Aber so haben wir noch einen Eindruck von der Überfüllten Stadt bekommen, in der es trotz etlicher Baustellen stetig vorwärts geht und niemand scheut, um einen Termin einzuhalten, einfach über die Straße zu rennen.

Nun hieß es back to the roots. Unser erster Ort in Sydney war nun unser letzter in Sydney. Die kleine Einkaufs- und Imbissstraße direkt an einer viel befahrenen Straße, die uns auf ihre Art total sympathisch anzog. Da wo wir unseren Bus verpassten, ein Sandwich aßen und gratis beim entspanntesten Busfahrer der Welt einsteigen durften. Es ging uns um ein Souvenir. Das war schnell gefunden. Einen neuen Deckel für den Topf fanden wir aber nicht. Den Alten gaben wir am Ende kaputt zurück. Ohne Folgen. Glück gehabt.

Nun hatten wir uns auf den Weg gemacht und suchten den letzten Schlafplatz unserer Reise. Nachdem wir noch etwas gecruised sind fanden wir einen - wie soll es auch anders sein – Parkplatz. Es war wenig los und die Lage war grandios. Direkt am Wasser, mit der Aussicht auf den Hafen von Sydney, inklusive Privatstrand. Nach einem letzten, wieder simplen aber leckerem, Abendessen am Wasser gingen wir nach ein paar übermutigen Worten bei Vollmond in die Bucht vor Sydney schwimmen. Mit dem Hafen im Rücken und dem Mond zu unserer Linken schauten wir auf unseren Van und waren traurig ihn am Folgetag abgeben zu müssen aber gleichzeitig auch gespannt auf das Auto, was uns in Neuseeland erwarten würde.

Die magische letzte Kulisse

Da das Wasser wärmer als gedacht war wollten wir bevor wir schlafen gingen noch eine Dusche mit einer Aussicht genießen, die die ganzen „Hollywood-Großstadt-Film“ Klischees erfüllte. Im Vergleich zum Wasser in der Bucht war die Dusche die Arktis. Kopfschmerzen waren die Folge, die wir aber mit Freude in Kauf nahmen. Langsam wurde uns doch viel zu kalt und wir gingen zum Van. Die Betten waren zum Glück schnell warm. Mit dem Gedanken am nächsten Tag fahren zu müssen konnten wir gut leben, denn unser Hauptziel war zum Greifen nah.

Kurz bevor wir schlafen gingen blieben unsere Herzen stehen, als wir ein Polizeiauto über den Platz fuhren sahen. Schnell die Hosen an und uns irgendeine Geschichte einfallen lassen. Doch die Polizei schien nicht interessiert und fuhr seelenruhig an uns vorbei.

Umweg nach Sydney

15Sept2016

Wie sonst auch schafften wir es früh aus den Federn und fuhren um ca. 5:30 los. Nach einer halben Stunde Fahrt hielten wir an einem kleinen Strand. Im Wasser standen Felsen zwischen denen das Wasser majestätisch her floss. Die Bewegungen und Farben erschienen unwirklich und waren sehr beruhigend. Dem natürlichen Trieb gefolgt kletterten wir etwas herum und wollten nach zwanzig Minuten weiter. Doch als wir den Wagen starten wollten blieben alle Bemühungen umsonst. Mit dem Gedanken, dass sich eine Batterie nicht nach 20 Minuten entladen kann, riefen wir den dortigen ADAC. Nach langem Warten traf dieser endlich ein. Ein sehr sympathischer Mann half uns dann den Wagen zu starten und diagnostizierte eine leere Batterie. Toll. Das war der einzige Grund bei dem wir für den Einsatz selber bezahlen müssen. Der kurze Aufenthalt am Strand wurde damit ziemlich teuer.

Mit dem Ziel Sydney suchten wir auf dem halben Weg eine Möglichkeit zum Duschen in Newcastle. Wir fanden einen großen aber sehr steinigen Strand, weshalb wir auf ein Bad lieber verzichteten. Dennoch nutzten wir die dortigen Duschen gerne. Und in dem Moment als uns das Wasser über den Rücken lief wussten wir endlich eine warme Dusche zu schätzen. Dass eine simple warme Dusche so zufriedenstellend sein kann hätten wir niemals gedacht. Nachdem wir den guten Rat eines angeblichen Millionenerben bekamen, zu glauben anstatt zu arbeiten, fuhren wir weiter in Richtung Sydney.

Positiv fiel uns auf, dass die Australier viel Wert auf „Kommunikation“ mit den Autofahrern legen. Auf Schildern weisen sie die Fahrer höflich an die Geschwindigkeit zu kontrollieren und alle 2 Stunden eine Pause ein zu legen. Trotz kaum vorhandener Blitzer hielten sich fast alle Australier an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Ein gutes System, wie wir finden.

Beispiel für die schönen Straßen

Unterwegs verbesserte uns ein alter Mann die Laune indem er an der Ampel aus dem Auto stieg und uns vorwarf wie kleine Kinder zu fahren und uns anwies lieber mit unserem Spielzeug zu spielen. Die Überflüssigkeit der Aktion des Mannes wurde von den Autofahrern um uns herum deutlich bestätigt. So fuhren wir glücklicher als zuvor weiter nach Sydney.

Fast angekommen am Ziel Hippiecamper, wo wir die nächsten beiden Nächte verbringen wollten, wurden wir durch eine Vollsperrung der Harbour Bridge aufgehalten. Spontan entschieden wir uns ab zu fahren und am Wasser in der Nähe einen Platz zu suchen, wo wir übernachten konnten. Recht schnell fanden wir einen Parkplatz an einem kleinen Hafen.  Da es dort wie üblich verboten war zu schlafen waren wir gefasst auf eine kurze Nacht.

Schon wieder ein schöner Schlafplatz

Der Start des Rückweges

14Sept2016

Es fuhren ständig Menschen auf den Parkplatz, wo wir geschlafen haben. Wir wunderten uns bereits die ganze Zeit wieso sie nach 10 Minuten verschwunden waren. Manchmal blieben sie im Auto sitzen und manchmal stiegen sie kurz aus. Die Frage beantwortete und Angelika, die mitten im Gespräch anfing Deutsch zu reden, uns ihre komplizierte Familiensituation erklärte und sagte, dass hier Wale seien. Unsere Ohren wurden spitz. Aber zur Ernüchterung sagte sie, dass die Wale meist nur morgens und abends zu sehen waren. Wir hatten unsere Chance vertan. Immerhin hatten wir eine Delfinsichtung, deshalb verließen wir ohne schlechte Gedanken den Platz.

Nach einer Dusche, die so kalt war wie alle anderen zuvor, fuhren wir ausgeschlafen zur Ausnahme mittags los. Wir wollten erneut weit fahren um in 2 Tagen den Weg zu schaffen für den wir zuvor 4 brauchten. Während der Fahrt machten wir den ein oder anderen Abstecher in abgelegene Wohngegenden, die einfach Traumhaft waren. Große Häuser mit riesigen Grundstücken direkt im Wald. Das Ganze mit einer asphaltierten Straße verbunden. Dabei sahen wir frei laufende Kängurus. Elegante und zugleich lustige Tiere. Zwei Damen trugen kleine Kinder in ihren Beuteln, welche und durch ihre Tollpatschigkeit sehr unterhielten.

Kängurus Schöner, doch gruseliger Strand

Nach einer langen Fahrt über den Highway kamen wir in Forster an. Eine recht kleine Ortschaft mit schönen Häusern und einem super schönen Strand. Die Strände an der Ostküste ähnelten sich alle, denn sie waren alle gefühlt Kilometer lang. Dazu waren sehr selten Menschen anzutreffen. Wir hatten Glück, denn im „Winter“ war es den Australiern zu kalt für den Strand. An einem kleinen Parkplatz am Strand entschieden wir uns zu bleiben, zu kochen und zu übernachten. Gerade das Essen aufgesetzt erklärte uns ein Anwohner freundlich, dass dies keine backpackerfreundliche Stadt ist. Mit dem Rat morgens um 7 verschwunden zu sein um einer Strafe zu entgehen wollten wir trotzdem dort übernachten und am nächsten Morgen früh fahren, was wir ja aus früheren Zeiten kannten. Doch dann wurde es gruselig. Es klingt kindisch, aber sowas schaukelt sich komischerweise total hoch. Eine Hilfe waren wir uns gegenseitig auch nicht. Dass der uns kurz zuvor vom Strand gefolgte Hund in das Haus lief von dem aus uns ein Mann 30 Minuten anstarrte auch nicht. Nach dem Essen ließen wir also den unfreundlichen Ort hinter uns und fuhren eine Landstraße entlang, an der wir uns einfach spät abends auf einen Campingplatz stellten. Erneut mit der Aufgabe, um Problemen zu entgehen, früh zu Fahren.

Ankunft in South West Rocks

13Sept2016

Wie geplant wurden wir pünktlich zum Sonnenaufgang wach. Der Anblick verschlug uns noch immer die Sprache, wurde aber allmählich zur Normalität. Irgendwie absurd, dass wir solch schönes Naturereignis jeden Tag bestaunen können. Doch die Begeisterung lies nicht um einen Bruchteil nach. Jeden Tag aufs Neue ließen wir uns von der Sonne jeden Ton aus dem Mund rauben. Ich glaube verliebt sein beschreibt das Gefühl sehr gut. Die Begeisterung für etwas, was man nur eine Sekunde sehen braucht und sofort wird man ins Staunen versetzt. Ein Moment, den man nie vergisst und irgendwie auch sein Leben lang genießt. Jeden Tag frisch verliebt. Unglaublich.

Einfach Traumhaft

Es ging weiter in Richtung South West Rocks. Die Strecke war nicht mehr weit und wir hatten keine besonderen Ziele. Auf einem Schild lasen wir, dass ein Regenwald nicht weit von hier zugänglich sein soll. Da wir Zeit hatten hielten wir an, doch der Wald war leider für Besucher geschlossen. Wir nutzten die Rast und aßen einen kleinen Snack. Auf dem Weg kamen wir an einem schönen Strand vorbei, wo wir unsere Chance auf ein Bad im Meer und eine Dusche nutzten. Wir haben gelernt, wo es einen Strand gibt, gibt es auch kostenlose Duschen.

Nach einem weiteren unspektakulären Abstecher ans Meer kamen wir in South West Rocks an. Unser Ziel war eher erreicht, als wir gedacht haben. Die Stadt war deutlich größer, als die üblichen Ortschaften die wir vorher gesehen hatten. Wir hielten am Wasser und kochten uns Tütensuppen auf. Dazu gab es die übrigen Käsebrötchen vom Einkauf ein paar Stunden zuvor.

Nun wollte ich meinem großen Ziel nachgehen: Tauchen. Den nächsten Tag hatten wir für den Tauchgang reserviert und wir fuhren zu einem Tauchshop. Geschlossen. Geil. Der Nächste hatte zum Glück geöffnet. Fest entschlossen mein Geld auf die Theke zu legen und am Vormittag des Nächsten Tages vom Boot ins Meer zu springen ging in Richtung des Geschäftes. Da hielt mich ein Mitarbeiter an und fragte mich, wie er helfen könne. Ich erzählte ihm was ich vor hatte. Sein Blick verriet mir, dass es nichts werden konnte. Er drückte sein Mitleid aus und entschuldigte sich. Die nächsten 3 Tage sei es zu stürmisch um auf das Meer hinaus zu fahren. Mein Ziel rückte damit in große Ferne. Doch ich blieb positiv und behielt das gesparte Geld im Kopf, was ich sicherlich anders genauso gut ausgeben kann.

Schließlich suchten wir einen Platz zum schlafen. Den fanden wir nach einer kurzen Suche auch. Es schien, als würden dort mehr Menschen schlafen, als nur wir. Ohne Angst vor Strafen standen wir auf einem kleinen Parkplatz, den eine kleine Grünfläche und Felsen vom inzwischen sehr rauen Meer trennten. Schnell wurde es dunkel und wir legten uns schlafen. Es sollte die Erste Nacht werden, in der wir mal richtig ausschlafen.

Der Erste sichere Schlafplatz

Delfine am anderen Ende der Nelsons Bay

12Sept2016

Unser Vorhaben setzten wir auch in die Tat um und wurden um 5 Uhr von unseren Weckern aus dem Schlaf gerissen. Noch schnell auf die Toilette und dann ging es los in die verbotene Zone. Also sie war nicht ganz verboten, sondern es war nur verboten dort zu schlafen. Dem kurzen ungeteerten Weg gefolgt kamen wir an der Spitze der Bucht an. Wir waren pünktlich und sahen die Sonne über dem Ozean aufgehen. Ein paar Wolken versperrten die Sicht, sorgten aber auch für ein Umwerfendes Bild. Wir standen erneut an einem Strand, der auch erneut so atemberaubend wie der Strand am Vortag war. Die Sonne war aufgegangen als wir Zeuge eines faszinierenden Naturschauspiels wurden. Delfine durchkreuzten den Ozean direkt vor unseren Augen. Und nicht ohne Grund sind diese faszinierenden Tiere meine Lieblingstiere. Einfach elegant. Wir genossen den Anblick der 4 oder 5 Delfine mit der aufgehenden Sonne im Hintergrund einige Minuten und waren sprachlos, als Lukas mit aufgerissenen Augen sein Handy in meine Richtung hält. Er zeigte mir ein Video, wie ein Delfin in einer Welle „surft“ und kurz bevor diese bricht heraus springt. Unglaublich. Als die Delfine schließlich vorbei gezogen waren, machten wir uns nach einem kleinen Snack auf den Weg.

Wir mussten noch weit fahren, denn wir wollten unsere übernächste Nacht bei den South West Rocks verbringen, welche noch etwa doppelt so weit entfernt lagen, wie wir bisher gekommen waren. Dazu wollten wir den ein oder anderen Abstecher von der Autobahn an die Küste machen. Der Erste Teil der Strecke war einer der schönsten des gesamten Roadtrips. Links ein gigantischer See, rechts der Ozean. Da fiel es schwer auf die Straße zu achten bei solchen Ausblicken. Zum Glück sahen wir das Meer und den See nur selten, da alles dicht bewachsen war mit Bäumen und Gestrüpp. Irgendwie ist alles dicht bewachsen, wenn es nicht gerade Wasser oder Teer ist.

Dann fiel uns eine kleine Einbuchtung auf, an der wir zuerst vorbei fuhren, dann aber umkehrten und dort hielten um uns den See anzusehen. Als wir in die Einbuchtung fuhren fiel uns auf, dass dort ein kleiner Campingplatz war. Nichts weiter als ein Toilettenhäuschen stand auf dem Gelände. Dazu 5 Autos, von denen 4 große Geländewagen waren. Entweder mit einem Aufbau über der Hinterachse, oder einem großen Zelt daneben. Strom gab es nicht. Dafür bekam man einen Platz direkt an einem idyllischen See, von dem man das Meer rauschen hören kann. Nach ein paar Fotos und aus Begeisterung falsch angezogenen Flipflops, die uns ziemlich amüsierten ging es weiter.

Der kleine schöne Campingplatz

Fünf Minuten später, als die Straße am See entlang vom Meer weg führen sollte standen wir vor der Mündung des Sees ins Meer. „Ferry“, lasen wir auf einem Schild. „Closed“ stand direkt daneben. Den ganzen Weg zurück dachten wir uns. Aber nach genauerem hin schauen konnten wir erkennen, dass die Fähre ab 8 fuhr, in 5 Minuten. Also haben wir kurz gewartet, als die Fähre auch schon zu uns über legte. Die kleine, aber doch feine Fähre brachte uns für unsere letzten 5 Dollar auf die andere Seite und wir setzten die Fahrt fort.

Der Van auf der Fähre

Wir holten uns ein leckeres Frühstück in einem kleinen Ort bei einer total urigen Bäckerei, dessen Verkäuferin einen deutschen Freund hat und somit ein paar Takte Deutsch mit uns wechseln konnte. Weiter ging es in die wahrscheinlich älteste Stadt der Welt. Nicht vom Ursprung oder von den Gebäuden. Es waren die Menschen, die die Stadt alt machten. Im Supermarkt kam uns alles wie in Zeitlupe vor. Als würde die Welt um uns verlangsamt. Ein merkwürdiges Gefühl. Aber auch entspannend.

Wir fuhren weiter zum Meer, von dem wir mittlerweile weit entfernt waren. Angekommen gönnten wir uns ein Bad im Meer, was dort wohl unüblich war. Nach dem kalten Bad duschten wir das erste Mal in einer öffentlichen Dusche. Wobei „in der Dusche“ falsch ausgedrückt ist. Es war eine ganz simple Stranddusche, aus der kaltes Wasser kam. Trotz den Blicken duschten wir mit Duschgel und putzten uns, als wäre es das normalste der Welt, die Zähne. Nach einem kurzen Blick auf die Uhr stellten wir fest, dass wir erst 12 Uhr hatten. Es hat sich also ausgezahlt so früh den Allerwertesten aus den Federn zu bewegen. Nach der Dusche bekamen wir einen Geheimtipp eines wahrscheinlich Einheimischen. Der Tipp bestand aus einer Lichthupe und schwer zu deutendes Zeigen in den Busch. Wir spekulierten was er meinen könnte und uns kam die Idee etwas zeigen zu wollen. Wir drehten um und fanden einen schmalen Weg im Busch. Den muss er gemeint haben. Wir liefen durch den Busch, der total verwachsen schien und das Meer erschien plötzlich vor unseren Augen. Ein endloser Strand breitete sich vor uns aus. Und das Highlight war: Keine Menschenseele war zu sehen. Den Ausblick genossen wir und machten uns auf den Rückweg zur Autobahn.

Während der Dämmerung trafen wir in der kleinen Ortschaft „Bonny Hills“ in der Tankstelle, von der wir einen fantastischen Ausblick über den Ozean genossen, einen netten Mann, der uns verriet, dass wir direkt in der Nähe auf einem Parkplatz ohne Bedenken schlafen könnten. Sofort machten wir uns auf den Weg und schlugen unser Lager auf einem Parkplatz direkt am Wasser auf. Zum ersten Mal testeten wir unser „Zelt“, welches aus einer Plane bestand, die wir über die Heckklappe warfen. Darunter konnten wir nun halbwegs vor Wind und Regen geschützt kochen und essen. Die rauschende, raue See und der pfeifende Wind ließen uns später gut und schnell einschlafen. Mit der Hoffnung , dass die Wolken in der Nacht wegziehen und wir am nächsten Tag einen Sonnenaufgang bestaunen können, stellten wir die Wecker mal wieder sehr früh.

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